01.09.2026
Der Bau der insgesamt etwa 45 Kilometer langen Rheinwassertransportleitung zur Befüllung der Braunkohlenrestlöcher nach Tagebauende und zur Stützung der von der tagebaubedingten Grundwasserabsenkung betroffenen Feuchtgebiete hat am 2. März 2026 mit den Arbeiten für die Einrichtung der Baustelle für das geplante Pumpbauwerk in Dormagen-Rheinfeld begonnen.
Zuvor hatte der am 31.März 1995 genehmigte Braunkohlenplan Garzweiler II die Befüllung des Garzweiler-Restsees mit Rheinwasser sowie die Bereitstellung von Ersatz-, Ausgleichs- und Ökowasser mit Rheinwasser nach 2030 als Ziele der Raumordnung festgelegt. Der Braunkohlenausschuss hat die Trasse für dieses zentrale wasserwirtschaftliche Infrastrukturprojekt einer Rheinwassertransportleitung – RWTL - am 27. Oktober 2023 einstimmig beschlossen. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 16:10 @ Akteure und Konzepte, Wirtschaft, Umwelt | Kommentar hinzufügen
RIWA-Rijn (Vereniging van Rivierwaterbedrijven) vertritt als Wissenszentrum und Interessenvertreter seit über 75 Jahren die niederländischen Trinkwasserversorger, die Rheinwasser für rund fünf Millionen Menschen nutzen. Der Verband hat heute seinen 224 Seiten umfassenden Jahresbericht 2025 veröffentlicht (1). Er zeigt, dass es für die niederländischen Trinkwasserwerke immer aufwändiger wird, das Rheinwasser aufzubereiten.
Unter dem Motto „Was nicht hineingelangt, müssen wir auch nicht entfernen“, konzentriert sich RIWA-Rjin darauf, Verunreinigungen bereits an der Quelle zu vermeiden. Der Jahresbericht 2025 macht deutlich, dass in Zeiten des Klimawandels und des steigenden Trinkwasserbedarfs, die bekannten Problemstoffe relevant bleiben und neue Risiken entstanden sind. Dabei stehe Lithium im Fokus, „da im Rheineinzugsgebiet mehrere Aktivitäten im Zusammenhang mit der Lithium-Förderung stattfinden (werden). [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 15:50 @ Wirtschaft, Umwelt | Kommentar hinzufügen
17.08.2026
Die Berichterstattung ausländischer Medien über Katastrophen ist uneinheitlich: Erdbeben und Vulkanausbrüche beherrschen weltweit die Schlagzeilen, während Überschwemmungen und Dürren – die Katastrophen, die am engsten mit dem Klimawandel zusammenhängen – kaum Beachtung finden. Denn es gilt weltweit, dass Medien besonders dann über Katastrophen berichten, wenn sie plötzlich auftreten, mit dramatischen Bildern einhergehen, viele Opfer fordern und wenn viele soziale Verbindungen zu den betroffenen Menschen und Regionen bestehen. Und die korrelieren mit der Ähnlichkeit der jeweiligen Bevölkerungen auf DNA-Ebene. Je stärker im Schnitt das Erbgut der Menschen in zwei verschiedenen Ländern übereinstimmt, desto mehr persönliche Beziehungen gibt es zwischen den Menschen und umso häufiger berichten Medien in dem einen Land über Naturkatastrophen in dem anderen Land.
Das sind einige Ergebnisse der vom Europäischen Forschungsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten und am 14. August 2026 veröffentlichten Studie „Uneven Patterns of Cross-Border Media Coverage Following Natural Disasters“ (1). [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 11:02 @ Aus Wissenschaft und Forschung, Umwelt | Kommentar hinzufügen
13.08.2026
Sie gilt seit 1991 und hat sich nach der aktuellen Evaluierung der Europäischen Kommission bewährt: die im deutsch-niederländischen Grenzland viel diskutierte Nitratrichtlinie. Sie will eine gute landwirtschaftliche Praxis bei der Nutzung von Dünger und Gülle etablieren, nitratgefährdete Gebiete europaweit ausweisen und verbindliche Aktionsprogramme für landwirtschaftliche Betriebe in diesen Risikogebieten ausweisen.
Die Europäische Kommission bewertet sie insgesamt als wirksam und beziffert den gesamtgesellschaftlichen Nutzen auf ca. 10 – 22 Milliarden Euro pro Jahr. Die Umsetzungkosten liegen bei rund 3 Milliarden und konzentrieren sich vor allem auf Regionen mit einer hohen Viehdichte. Eine Reform der Nitratrichtlinie sei daher nicht vorgesehen. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 17:43 @ Umwelt, Landwirtschaft, Europa | Kommentar hinzufügen
28.05.2025
Berufung des Klägers zurückgewiesen, Urteil rechtskräftig, Revision nicht zugelassen. Es klingt wie eine Niederlage, dennoch wird das Urteil, das das Oberlandesgericht Hamm heute gefällt hat, (1) als erfolgreich und historisch gefeiert. Mit diesem Urteil habe ein hohes Gericht in Europa festgestellt, dass große CO2 emittierende Unternehmen für Klimarisiken haften können, weil ihnen auch die zivilrechtliche Eigenschaft eines Störers nach § 1004 zukommen kann. Und den können Betroffene bei Verletzung oder Beeinträchtigung von Eigentumsrechten auf Unterlassung oder zum Schadenersatz verklagen - offenbar weltweit.
Mit dem Urteil geht der von juristischen Gutachten, aufwendigen Ortsbesichtigungen und langen Verhandlungen begleitete Fall „Saúl Luciano Lliuya vs. RWE“ zu Ende (2) Er hatte seit 2015 immer wieder für Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 21:15 @ Wirtschaft, Umwelt | Kommentar hinzufügen
15.11.2024
Unser Konsum steht in direktem Zusammenhang mit Waldzerstörung. In den letzten 30 Jahren hat die Erde 420 Millionen Hektar Wald verloren, eine Fläche, die insgesamt größer als die Europäische Union ist. Entwaldung und Waldschädigung tragen auf vielfältige Weise zur globalen Klimakrise und zum Verlust an biologischer Vielfalt bei. Abgeholzte, beschädigte und zerstörte Wälder verlieren ihre Funktion als CO2 -Senke. Statt Treibhausgase abzumildern, befeuern kranke Wälder den Klimawandel. (1)
Teil des European Green Deals war es, dass die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten ab 2025 nicht mehr zur weiteren globalen Entwaldung beitragen. Um die fortschreitende Abholzung von Wäldern zu verhindern, um Biodiversität zu schützen und Treibhausgasemissionen zu senken sollte die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) sicherstellen, dass neue Produkte nur dann in der EU verkauft werden, wenn Hersteller zum Beispiel über entsprechende Geodaten und Fotos nachweisen können, dass dafür nach 2020 keine Wälder gerodet worden sind. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 13:11 @ Nachrichten aus der Region, Umwelt | Kommentar hinzufügen
25.04.2024
Die zentrale Aufgabe unserer Zeit sei es, den Wohlstand durch eine ökologisch und sozial ausgerichtete Wirtschaft erneuern. Das behauptet die grüne Heinrich-Böll-Stiftung.
Welche Rolle spielt die soziale Marktwirtschaft für das Erreichen von Klimazielen? Wie kann sie Wohlstand umweltschonend schaffen? Welchen Rahmen kann Politik für nachhaltiges Wirtschaften setzen. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 18:30 @ Umwelt | 3 Kommentare
29.03.2024
Wieviel Energie brauchen wir für eine chemische Industrie, die Berge von Plastikverpackungen herstellt, welche nach einmaligem Gebrauch verbrannt oder in afrikanische Länder exportiert werden und am Ende als Mikroplastik in unserem Blut landet? Was ist gesellschaftlich notwendig und kann so produziert werden, dass die Erde nicht weiter aufheizt und die Lebensgrundlagen der Menschen hierzulande, anderswo und in der Zukunft nicht zerstört? Welche Rolle spielen jetzt und zukünftig Sparsamkeit, Selbstversorgung, Genügsamkeit, Lokalität, Reparaturfreude und Nachbarschaftshilfe? Das sind Fragen, die so oder ähnlich im Rahmen einer Nachhaltigkeitsdebatte auf der Tagesordnung stehen.
Effizienz, Konsistenz und Suffizienz gelten seit den 1990er Jahren als die drei Säulen der Nachhaltigkeit. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 22:10 @ Nachrichten aus der Region, Umwelt | Kommentar hinzufügen
28.11.2023
Deutschland wird wärmer, erlebt regelmäßig Hitzewellen und verliert Wasser. Das zeigt der am 28. November 2023 erschienene Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) (1).
Deutschland gehört zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit. Wegen der klimabedingten andauernden Trockenheit und des damit verbundenen Schädlingsbefalls hat sich der Zustand der Wälder deutlich verschlechtert. In der Landwirtschaft führte die Wasserknappheit zu spürbaren Ernteeinbußen. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 22:13 @ Nachrichten aus der Region, Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft | Kommentar hinzufügen
04.09.2023
Mitte 2024 sollte er „unweit der niederländischen Grenze und im Herzen Europas seinen Betrieb“ aufnehmen: der “MLP- Business Park Niederrhein Schwalmtal”. Doch daraus wird nichts. Das dafür vorgesehene Rösler-Gelände wurde am 31. August an W&L verkauft. W&L war bis zum Sommer 2023 Eigentümer der sog. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 15:48 @ Grenzlandgrünschnitt, Umwelt, Landwirtschaft | Kommentar hinzufügen
02.09.2023
Während die börsennotierte MLP-Group auf ihrer Homepage den voraussichtlichen Nutzungsbeginn des Business Parks Niederrhein Schwalmtal mit “Mitte 2024” angibt, teilt die Gemeinde Schwalmtal mit, dass am 31. August 2023 das Rösler-Gelände an einen neuen Investor verkauft worden sei.
Die umstrittenen MLP-Pläne zur Errichtung des Gewerbe- und Industrieparks werden nach einem sich über mehr als vier Jahre erstreckenden und öffentlich engagiert begleiteten Bauleitplanverfahren nicht realisiert. Nun hat die W&L AG das Rösler-Gelände übernommen. Dessen Chef liebt Immobilien als Kapitalanlage. Lesen Sie mehr
Grenzlandgruen - 08:07 @ Aus Wissenschaft und Forschung, Grenzlandgrünschnitt, Umwelt, Landwirtschaft | Kommentar hinzufügen
12.07.2023
Nachhaltige Digitalisierung zwischen Hitzewellen und Kaltluftvolumenströmen? Die Stadt Grevenbroich zählt zu den wärmsten Orten Deutschlands. Sie will Wertschöpfung steigern und Unternehmen der Digitalwirtschaft anlocken. Sie möchte deshalb zwei unterschiedlichen, aber noch geheimen Investorengruppen Raum für Hyperscale-Rechenzentren verschaffen. Die Schlossstadt an der Erft hat Power, beherbergt energieintensive Industriegiganten, ist ein Zentrum des Rheinischen Braunkohlenreviers und nannte sich bis vor kurzem „Bundeshauptstadt der Energie“. [Mehr lesen…]
Grenzlandgruen - 09:14 @ Nachrichten aus der Region, Akteure und Konzepte, Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft | 1 Kommentar