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15.05.2026
Regionale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien
Am 27. Februar 2026 wurde die Studie „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung“ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in Kooperation mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult endgültig fertiggestellt. Die am 13. April 2026 hochgeladene Studie ist auf der Webseite des Ministeriums nur zu finden, wenn man explizit nach ihr sucht.
Das Wirtschaftsministerium unter Katharina Reiche hat die Ergebnisse nicht weiter beworben oder anderweitig kommuniziert. Wahrscheinlich sei die Studie nur veröffentlicht worden, damit die Autoren vergütet werden können. Das vermutete die T-Online-Redakteurin Amy Walker am 24. April 2026 (2) , denn wesentlichen Aussagen der Studie wiedersprächen den Plänen der Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Doch der Studienautor Dr. Steven Salecki (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) stellte klar: „Studienerstellung, -Abschluss und -Veröffentlichung geschahen in enger und konstruktiver Abstimmung mit dem BMWE-Fachreferat.“ Im Zeitraum zwischen Redaktionsschluss und Veröffentlichung habe es übliche Vorgänge wie formale Überarbeitungsschleifen und die technische Sicherstellung der Barrierefreiheit, aber auch Ergebnispräsentationen auf Veranstaltungen gegeben, zum Beispiel am 20. November 2025 auf der regionalpolitische Jahrestagung des Wirtschaftsministeriums. (3)
Die 212 Seiten umfassende Studie liefert einen Beleg dafür, dass die Energiewende auch ein starkes wirtschaftliches Fundament für ländliche Räume sein kann. Die Studie schlüsselt erstmals detailliert auf, wie Milliardenbeträge und tausende Arbeitsplätze in den Regionen entstehen – und was nötig ist, damit die Menschen vor Ort auch direkt daran teilhaben.
2023 habe die direkte Wertschöpfung durch Planung, Bau und Betrieb von Wind- und Solaranlagen rund 10 Milliarden Euro betragen. Hinzu seien indirekte Effekte durch Zulieferer und Konsum gekommen, die die Gesamtwertschöpfung auf fast 37 Milliarden Euro steigern. Die Ermittlung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte für Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands bildete die Basis, um die Forschungsfragen der Studie zu beantworten.
Wenn man es richtig anstelle, könne das Geld weitgehend in der Region bleiben. Die Studie zeigt an fünf konkreten Beispielen aus ganz Deutschland, wie die Energiewende gelingen und eine echte Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten werden kann. Die Gemeinden Dardesheim (Sachsen-Anhalt), Feldheim (Brandenburg), Lichtenau (Nordrhein-Westfalen), Wilstedt (Niedersachsen) und Wunsiedel (Bayern) – allesamt im ländlichen Raum und in strukturschwachen Regionen gelegen – stehen exemplarisch dafür, wie aus einer Notlage eine Chance erwuchs.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist in allen Beispielen die enge Kooperation zwischen engagierten Bürgermeistern, pragmatischen Investoren und einer frühzeitig eingebundenen Bevölkerung.
Angesichts dieser Daten werde es Zeit, dass sich die Kommunen und kommunalen Spitzenverbände in die Debatte um die Zukunft der Erneuerbaren einmischen. Es stehe viel auf dem Spiel für das Handwerk, Landwirtschaft, lokale Banken und kommunale Kassen! (3), meint Sven Giegold. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen war bis November 2024 unter Wirtschaftsminister Robert Habeck Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und an der Auftragsvergabe für die Studie beteiligt.
Giegold hat am 30. April 2026 im Rahmen der Reihe „Europe calling“ ein Webinar mit Dr. Steven Salecki organsiert. (4) in dem er die aufschlussreiche Studie im Detail vorstellt. (5)
Verweise
1. Dr. Frederick Sixtus, Dr. Steven Salecki, Dr. Tillman Hönig u.a. Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien. [Online] 27. Februar 2026. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/staerkung-der-regionalen-wertschoepfung-durch-erneuerbare-energien.pdf?__blob=publicationFile&v=2
2. Amy Walker. Wirtschaftswachstum durch Erneuerbare - Reiche lässt Studie zu Wind und Solar verschwinden. [Online] 24. April 2026. https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101226464/wirtschaftswachstum-durch-energiewende-reiche-laesst-studie-verschwinden.html
3. Dr. Steven Salecki. Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien. [Online] 30. April 2026. https://sven-giegold.de/wp-content/uploads/2026/05/Europe-Calling-Staerkung-der-regionalen-Wertschoepfung-durch-EE.pdf
4. Sven Giegold. Regionale Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien. [Online] 1. Mai 2026. https://sven-giegold.de/regionale-wertschoepfung-aus-erneuerbaren-energien/
5. Europe Calling. Wertschöpfung und Beschäftigung: So stark profitieren die Regionen von Erneuerbaren. [Online] 30. April 2026. https://www.youtube.com/watch?v=MSo1uZa82fg
Grenzlandgruen - 17:58 @ Aus Wissenschaft und Forschung | Kommentar hinzufügen
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