Grenzlandgrün            

niederrheinisch - nachhaltig   

Montag, 18. April 2016

Vom Schwalmtaler Insektenhotel und einer ökologisch orientierten Politikkohärenz 
  

Insektenhotel in Schwalmtal-Birgen

Was verbindet seit gestern die Schwalmtaler Obstwiesenfreunde und den Biotop-Neigungskurs der Janusz-Korczak-Realschule mit der Europa-Union Deutschland? Es ist der Einsatz für Biodiversität. Die einen haben vor Wochen an der Birgener Obstwiese mit einem selbst gebauten Insektenhotel ein ökologisches Kleinod geschaffen, das Hummeln, Bienen, Wespen, Florfliegen oder Ohrwürmern Unterschlupf verschafft. Die anderen haben gestern auf ihrem Dresdner Bundeskongress beschlossen, auch auf regionaler und lokaler Ebene das öffentliche Bewusstsein, das Verständnis und die Unterstützung der EU-Strategie zur Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt zu stärken. 

Für die Europa-Union Deutschland haben die Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien, die Einbeziehung des Naturschutzes in andere Politikbereiche und die Entwicklung eines transeuropäischen Netzes für grüne Infrastruktur eine überragende europäische Bedeutung. Der auch in Europa immer noch fortschreitende Verlust der Biodiversität zählt zu den kritischen planetarischen Grenzen, die die Menschheit bereits überschritten hat. 

Er unterminiert  die wirtschaftliche Entwicklung und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber neuen Herausforderungen. Dabei übersteigt der wirtschaftliche Nutzen der Kohlenstoffspeicherung, des Hochwasserschutzes, der Wasserreinigung, der Bestäubung, der Lärmverringerung oder des Erholungswerts die jährlichen Kosten für die Erhaltung des europäischen Natura 2000-Netzes um ein Vielfaches. Das Europäische Parlament hat daher die EU-Kommission aufgefordert, ihrer Biodiversitätsstrategie höhere Priorität einzuräumen und sich durch verbesserte Maßnahmen und finanzielle Mittel für die Umsetzung der bestehenden und zu erhaltenden Naturschutzrichtlinien einzusetzen. Das Parlament betonte dabei die zentrale Rolle der ökologisch orientierten Politikkohärenz, der Informationspolitik und des öffentlichen Bewusstseins. 

Bisher hatte sich die Europa-Union Deutschland nur am Rande mit der europäischen Dimension des Naturschutzes und der EU- Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beschäftigt. Das Themenfeld eignet sich jedoch gut, um den Mehrwert der EU in lokalen und regionalen Debatten und Aktivitäten zum Naturschutz, zu Flächenplanungen und Landnutzung zu illustrieren. 

Damit kann die Europa-Union Deutschland jetzt auch Herausforderungen bei der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie und der EU-Agrarpolitik thematisieren und die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden intensivieren. Die Rekordbeteiligung von über einer halben Million Menschen an der EU-Konsultation zu den EU-Naturschutzrichtlinien im Sommer 2015 sowie wiederholte Eurobarometer-Umfragen zeigen, dass der Naturschutz ein Thema ist, bei dem die EU besonders großen Rückhalt in der Bevölkerung genießt.

Wer Zeit und Lust hat, sich im Grenzland näher mit der europäischen Dimension des Naturschutzes zu beschäftigen melde sich bitte über die Kontakt Seite.

 

EUD - Kongress
Abstimmung auf dem EUD-Bundeskongress in Dresden (c) Kirsten Eink


 Donnerstag, 17. März 2016

Aus für Brachter Ferienparkspläne  - Erfolg für Naturschutz? 

Naturschutz, Biodiversitätsförderung und Biotopverbund. Was auf kommunaler und regionaler Ebene noch nicht so gut funktioniert, dafür will jetzt die EU-Kommission sorgen. In einem Vertragsverlet-zungsverfahren fordert sie das endgültige Aus für die Brachter Ferien- und Freizeitpark-pläne. Sie macht den Kreis Viersen darauf aufmerksam, dass  die dafür vorgesehenen Flächen im ehemaligen Munitionsdepot Bracht im Landschaftsplan als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet auszuweisen seien. Sollte dies bis Ende 2017 nicht passiert sein, drohen Strafzahlungen. Bei der Bezirksregierung Düsseldorf wurden die notwendigen Planänderungsverfahren eingeleitet. Doch die Mehrheit im Regionalrat vertagte am 17. März  die Beratung ins 2. Quartal 2016.

 

Montag, 7. März 2016

Europa und der Naturschutz

Der nordrhein-westfälische Landesverband der  Europa-Union Deutschland macht sich stark für den Biotopverbund. In der Vorstandskonferenz vom 6. März brachte er folgenden Antrag auf den Weg zur Abstimmung bei EUD-Bundeskongress am 16./17.April 2016 in Dresden:

 "Der BUNDESKONGRESS der Europa-Union Deutschland möge beschließen:

Die Europa-Union Deutschland stärkt  auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene das öffentliche Bewusstsein, das Verständnis und die Unterstützung der EU-Strategie zur Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Die Europa-Union Deutschland stellt fest, dass die Beibehaltung und Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien, die Einbeziehung des Naturschutzes in andere Politikbereiche und die Entwicklung eines transeuropäischen Netzes für grüne Infrastruktur weiterhin von überragender europäischer Bedeutung sind.

Begründung:

In ihrer “Halbzeitbewertung der EU-Biodiversitätsstratgie bis 2020” betont die Europäische Kommission, dass der auch in Europa immer noch fortschreitende Verlust der Biodiversität zu den kritischen planetarischen Grenzen zählt, die die Menschheit bereits überschritten hat.  Er unterminiere die wirtschaftliche Entwicklung und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber neuen Herausforderungen.  Dabei übersteige der wirtschaftliche Nutzen der Kohlenstoffspeicherung, des Hochwasserschutzes, der Wasserreinigung, der Bestäubung, der Lärmverringerung oder des Erholungswerts die  jährlichen Kosten für die Erhaltung des europäischen Natura 2000-Netzes um ein Vielfaches.Das Europäische Parlament hat daher am 2. Februar 2016 mit 592 zu 52 Stimmen den Bericht über die Halbzeitbewertung der Strategie der EU zur Erhaltung der biologischen Vielfalt verabschiedet. Darin wird die EU-Kommission aufgefordert, ihrer Biodiversitätsstrategie höhere Priorität einzuräumen und sich durch verbesserte Maßnahmen und finanzielle Mittel für die Umsetzung der bestehenden und zu erhaltenden Naturschutzrichtlinien einzusetzen. Das Parlament betont dabei die zentrale Rolle der ökologisch orientierten Politikkohärenz, der Informationspolitik und des öffentlichen Bewusstseins. Bisher hat sich die EUD nur am Rande mit der europäischen Dimension des Naturschutzes und der EU-Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beschäftigt. Das Themenfeld eignet sich jedoch gut, um den Mehrwert der EU in lokalen und regionalen Debatten und Aktivitäten zum Naturschutz, zu Flächenplanungen und Landnutzung zu illustrieren. Damit können auch Herausforderungen bei der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der EU-Agrarpolitik thematisiert und die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden intensiviert werden. Die Rekordbeteiligung von über einer halben Million Menschen an der EU-Konsultation zu den EU-Naturschutzrichtlinien im Sommer 2015 sowie wiederholte Eurobarometer-Umfragen zeigen, dass der Naturschutz ein Thema ist, bei dem die EU besonders großen Rückhalt in der Bevölkerung genießt."

 

 
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