GRENZLANDGRÜN   
niederrheinisch - nachhaltig 

GRENZLANDGRÜN✂SCHNITT
Neue Wörter für altes Denken

Samstag, 14. März 2026

Zweckverirrungen abbindeln

Die aktuellen Benzinpreise wirken wie ein Seismograph der Mobilitätsstruktur. Wieder einmal wird deutlich, dass Autonutzung nicht nur eine individuelle Entscheidung, sondern eine strukturelle Notwendigkeit ist, denn der öffentliche Verkehr ist vielerorts kein adäquater Ersatz für das Auto…Angesichts der Abhängigkeit vom Auto empfiehlt der Grenzlandgrünschnitt Nr. 260, Zweckverirrungen abzubindeln und nicht die Autos, sondern die Menschen in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns zu stellen…

»Hört den Menschen zu, die täglich erleben, was Autoabhängigkeit bedeutet. Den Eltern auf dem Land, die ihre Kinder überallhin fahren müssen. Den älteren Menschen, die nicht mehr Auto fahren können und deshalb isoliert sind. Den Menschen in Armut, die sich kein Auto leisten können und deshalb vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Hört den 30 Millionen Menschen zu, die in dieser Debatte vergessen werden! Und dann fordert mehr. Fordert eine Politik, die die Zukunft gestaltet, statt sie zu verschleppen. Eine Politik, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht die Autos.«
Katja Diehl: Die EU lässt einen fahren. Freitag Nr. 52 vom 23. Dezember 2025

»Wenn ich nachts durch die Gassen streife, sehe ich Eure schlafenden Blechtiere, die den Raum gestohlen haben, den meine und Eure Kinder zum schnüffelnden Kennenlernen der Welt bräuchten. Ihr habt Euch so sehr mit der Erzeugung und Unterbringung dieser Blechtiere beschäftigt, dass Ihr vergessen habt, wo Ihr mit ihnen eigentlich hin wolltet.«
Stadtfuchs auf Grenzlandgrün

…dann steigt sie aus, atmet durch – und wundert sich, warum das so revolutionär wirkt



Samstag, 7. März 2026

259: Hoffnungsverkohlung entdröhnen

Starke Preisausschläge nach einem ‚Weltereignis‘ wie der Eröffnung des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 seien ‚normale Marktreaktionen‘, verkündet Birgit Marschall am 6. März 2026 in der Rheinischen Post.  Welche genauen strategischen Ziele hinter diesem Krieg stehen, ist bis heute unklar. Die Rede ist davon, ein iranisches Atomwaffenprogramm zu verhindern, die existentielle Bedrohung Israels zu beseitigen oder die Machtverhältnisse im Nahen Osten neu zu ordnen. In Zeiten sinkender Wachstumsraten, zurückgehenden Sozialkapitals und zunehmender Staatsverschuldung geht es den finanzdominierten Märkten beim derzeitigen Entstehen einer neuen Weltordnung wohl eher um Energie, Rohstoffe, Transportwege oder Rüstungsrenditen. Der Grenzlandgrünschnitt Nr. 259 geht davon aus, dass auch dieses ‚Weltereignis‘ menschliches Leid erzeugen, aber  die politischen Konflikte nicht nachhaltig lösen wird…

»Zwei Dinge können zugleich wahr sein: 1. Das Regime in Teheran unterdrückt und ermordet die eigene Bevölkerung. 2. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran bricht Völkerrecht, bringt Tod und Leid, kann einen Bürgerkrieg auslösen und die Region in Brand setzen.«
Niema Movassat am 28. Februar 2026 auf X

»Das Völkerrecht hat ein Problem. Es schützt die Unterdrücker und die Tyrannen, die ihre Völker massakrieren. […] Die Geschichte des Völkerrechts ist eine Geschichte der Völkerrechtsbrüche, weil die wirklich Mächtigen sich nicht gebunden fühlen.«
Joschka Fischer im Handelsblatt vom 6. – 8. März 2026

»Seit einigen Jahren sprechen wir von der „Gleichzeitigkeit der Erlebnisse“. Von der Zumutung, mehrere widersprüchliche Wahrheiten gleichzeitig auszuhalten. […] Dilemma ist dafür ein zu kleines Wort.«
Shila Behjat: Zwischen den Fronten. Der Freitag vom 5. März 2026

»Hast Du ein Problem und willst es nicht haben, hast du gleich zwei. Im Rahmen der drohnengestützten Befreiungszerfleischung kann das Feuer der Freiheit so heiß brennen, dass von den Unterdrückten beim Warten auf ihre Befreiung nur noch Asche übrig bleibt. Doppeldeutigkeiten und Dilemmata auszuhalten, kann zur Hoffnungsverkohlung führen. Können wir diese Hoffnungsverkohlung noch entdröhnen, wenn wir für ein organisches Nebeneinanderleben der Staaten arbeiten und versuchen, internationale Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln auszugleichen?«
Heinikki Fattilverkare am 6. März 2026 auf Grenzlandgrün 
Bild:  Mostafa Meraji auf pixabay



Samstag, 28. Februar 2026

258: Wettbewerbsstille aufkernen 

Zerstörung schafft Beschäftigung -  auch für Therapeuten, Klinikbetreiber und Pharmaunternehmen. Der Grenzlandgrünschnitt Nr. 258 entspringt den nie enden wollenden Weltverbesserungswünschen, Pessimismen und Hoffnungen mancher Kriegskinder und -enkel, in denen der 24. Februar 2022 transgenerationale Erinnerungen und Ängste reaktiviert hat... 

»Ohne Russlands brutalen Angriffskrieg in Europa, ohne die akute geopolitische Gefahr in Europa gäbe es heute keine Milliarden-Programme für Aufrüstung. […] Eine Branche, die noch vor ein paar Jahren non grata war, drängt […] ins Zentrum öffentlicher Debatten, mitten hinein in die Zivilgesellschaft […] – die Menschen wollen wissen, wofür genau das viele Geld ausgegeben wird. […] Panzer und Raketen sind eben keine Wohlfühlprodukte.«
Thomas Fromm: Nicht zu sehr aufdrehen. Süddeutsche Zeitung vom 23. Februar 2026

»Die russischen Drohnen, Granaten und Raketen haben das Politikverständnis der Europäer erschüttert. Ebenso das Vertrauen, dass es im 21. Jahrhundert andere Formen der Konfliktbewältigung geben müsse als die nackte militärische Gewalt mit all ihren inhumanen, würdelosen und barbarischen Konsequenzen.«
Jens Münchrath: Ein strategisches Desaster. Handelsblatt vom 23. Februar 2026

»Eine wettbewerbsfähige Industrie produziert die Waffen, die sie braucht, um sich selbst schützen. Ich fliege über die Schlachtfelder und sehe: Es sind immer die Fabrikschlote der anderen, die Ihr in Schutt und Asche legt, um die eigenen zu schützen. Fliegt hoch genug, und Ihr seht keine Standortwettbewerbe mehr. Fliegt tief genug, und Ihr seht, dass der einzige Unterschied zwischen Sieger und Besiegtem ist, wer das Recht hat, die Toten und Versehrten zu zählen.«
Friedenstaube am 24. Februar 2026 

»Wenn wir Wettbewerbsstille aufkernen, können wir dann die Werte schöpfen, die man gewinnen kann, ohne dass ein anderer verliert?«
Heinikki Fattilverkare am 28. Februar 2026 auf 'Grenzlandgrün'


Samstag, 21. Februar 2026

257: Luftwurzelbetriebe durchsaften

»Der Schwund der biologischen Vielfalt ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr nur als Umweltproblem gilt, sondern auch als systemisches Risiko für Wirtschaft, Finanzmärkte und gesellschaftliche Stabilität. […] Ein besserer Umgang mit der Natur ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. […] Was profitabel für Unternehmen ist, führt oft zum Verlust an Biodiversität. Und was gut für die Biodiversität und Gesellschaft ist, ist oft nicht profitabel. […] Unternehmen können den transformativen Wandel anführen – oder sie riskieren letztlich ihr eigenes Aussterben.«
Aus den Schlussfolgerungen der „Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystems Sevices“ (IPBES) am 8. Februar 2026 in Manchester

»Die Zeit arbeitet nicht für uns, doch diese Bewertung zeigt einen klaren Weg auf, wie wirtschaftliche Entscheidungen mit der ökologischen Realität in Einklang gebracht werden können. […] Ein besserer Umgang mit der Natur ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.«
UNEP-Direktorin Inger Andersen in Joachim Wille: Der biologische Ast, auf dem die Wirtschaft sitzt. Klimareporter vom 10. Februar 2026

»Wir müssen uns von der falschen Vorstellung lösen, dass Regierungen und Entscheidungsträger entweder für die Umwelt oder für die Wirtschaft sein müssen.«
Stephen Polasky (IPBES) – zitiert im DLF am 10. Februar 2026

»Aus meiner Sicht sind Wirtschaftsförderung und Naturschutz überhaupt kein Widerspruch.«
Nettetaler Bürgermeister Christian Küsters im Grenzland-Kurier vom 20. Februar 2026

»Der beste Ausweg aus der Gegenwart ist die Zukunft.«
Philipp Holstein: U2 wollen die Welt mit Punk verbessern. Rheinische Post vom 20. Februar 2026


Samstag, 14. Februar 2026

256: Trutzhaut entpanzern

»Militarisierung, geschlossene Grenzen, eine starke Antimigrationspolitik und Menschenrechtsbeschränkungen sind nicht Zeichen von Macht, sondern von Angst. Die echten Waffen, die das Schiff Europa an Bord hat, sind Intelligenz, Diplomatie und sogar eine Art politische List, die es Europa ermöglichen werden, offen zu bleiben, Freiheit und Frieden zu erhalten und die zerstörerischen Tendenzen unserer Zeit zu überwinden.«
Oxana Timofeeva: Intelligenz schlägt Angst. DIE ZEIT vom 29.Januar 2026

»Vielleicht hilft eine Ethik der Bescheidenheit: Nicht vom Guten schwärmen, sondern das Schlimmere verhindern. Keine Utopie, sondern Schadensbegrenzung.«
Franz-Josef Dorn im Leserbrief. DIE ZEIT vom 5. Februar 2026

»Europa erscheint träge und schwach. Das stimmt. Es fürchtet jedoch nicht seine Feinde, sondern sich selbst und sein eigenes emanzipatorisches Potenzial.«
Slavoj Žižek: Radikalisiert euch. DIE ZEIT vom 29. Januar 2026

»Doch nun ist klar, dass die Zukunft gar nicht fern ist, sondern schon da. Und, ganz ehrlich, das ist doch auch rasend interessant, oder?«
Bernd Ulrich: Wie halten wir das alles aus? Die ZEIT vom 22. Januar 2026

»Ein geschlossener Panzer überlebt – ein geöffneter lebt, denn der Weg zur Stärke führt über die Kunst, verletzlich zu bleiben.«
Europäische Schildkröte zur Entpanzerung ihrer Trutzhaut 
Bildquelle: Susanne Edele auf pixabay


Samstag, 7. Februar 2026

255: Dressurdünkel entwuchteln

»Die Einbeziehung von Selbstständigen und Beamten in die Rente löst weder die Probleme in der Rentenversicherung noch ist das vom Koalitionsvertrag gedeckt.«
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann in der Bild am Sonntag vom 11. Mai 2025

»In der Rentenfrage etwa kann man den Eindruck gewinnen, der alte Gaul werde schlichtweg totgeritten. Wie es danach weitergeht für die Jungen – das ist dann wohl deren Problem.«
Marlen Hobrack: Meine letzte Kolumne. ‚Der Freitag‘ vom 23. Dezember 2025

»Offenbar gibt es höhere Gewalten, die es hierzulande ganz und gar undenkbar machen, die umlagefinanzierte Alterssicherung durch den naheliegenden Einbezug von Beamtentum und Selbstständigen auf tragbarem Niveau zu stabilisieren.«
Florian Schmid: Wir waren die Rebellen. ‚Der Freitag‘ vom 23. Dezember 2025

Warum sollten die, die vom Staat bezahlt werden oder die, die vom Markt profitieren, im Alter bessergestellt sein als diejenigen, die beides am Laufen halten?
In Erinnerung an Joachim Bender (1952 - 2025)

»Man hat mich gezwungen, den Wagen für alle zu ziehen, aber man hat vergessen zu erwähnen, dass die schnellsten Pferde gar nicht erst eingespannt werden. Die nennen es Marktfreiheit und Amtstreue. Ich nenne es Dressurdünkel oder Koppel-Apartheid. Wenn ich falle, gibt es nur noch Stille im ganzen Stall.«
Sog. Rentengaul am 6. Februar 2026 auf ‚Grenzlandgrün‘

Freitag, 30. Januar 2026
254: Bryologistik schubverankern

»Ich bin in den 1950er Jahren geboren, da hat’s aus der Cloud noch geregnet. […] Wir sind mittlerweile in einer Welt, die unsere Seele nicht ernährt. So eine Gesellschaft verdient eine komplette Renovierung und Umstrukturierung. Wer soll es machen?«
Ewald Lienen am 22. November 2025 auf dem Umweltkongress der grünen Landtagsfraktion im Düsseldorfer Landtag

»Wir sind über 400 Millionen Jahre alt und haben keine Deadlines. Wir kommen nicht mit Masterplänen, sondern mit Geduld. Wir laden nichts hoch, sondern nehmen auf – erst Feuchtigkeit, dann Zeit, dann Bedeutung. Wir überkleiden, umranken und bespinnen. Wir beginnen meist dort, wo niemand hinschaut: im Schatten, in Rissen, auf brüchigem Beton. Wir wachsen nicht schneller, wenn man uns antreibt. Stattdessen breiten wir uns aus, wenn die Bedingungen stimmen. Niemand gewinnt allein, denn wir sind ein Geflecht…«
Die Moose  am 29. Januar 2026 auf Grenzlandgrün

Samstag, 24. Januar 2026

253: Halsdemut verinnern

»Die Macht des Systems kommt nicht aus seiner Wahrheit, sondern aus der Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre es wahr. Wenn auch nur eine Person aufhört mitzuspielen […], beginnt die Illusion zu bröckeln. […] Wir wussten, dass die Erzählung von der internationalen regelbasierten Ordnung teilweise falsch war – dass die Stärksten sich bei Bedarf ausnahmen, dass Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt wurden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach Identität des Beschuldigten oder des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewandt wurde. […] Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang. [...] Mittelmächte müssen gemeinsam handeln, denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte.«
Mark Carney, Premierminister von Kanada, am 20. Januar 2026 auf dem World Economic Forum in Davos

»Am Tisch sitzen oder auf der Speisekarte stehen‘ – Ihr Menschen liebt diese Dramatik. Dabei seid Ihr nicht mal besonders nahrhaft. Davos ist nicht der einzige Ort, an dem Ihr behauptet, die Welt retten zu wollen, während Ihr gleichzeitig Eure eigenen Futterplätze verteidigt. Hört auf, Euch in Euren selbst erzeugten Stürmen zu verlieren und ständig zu markieren, wem welches Revier gehört.  Hört auf, Euch über eure Größe zu definieren – Ihr seid alle ohnehin kleiner als ihr denkt. Schaut nicht nur nach Westen oder Osten – hebt den Kopf und seht die ganze Landschaft, streckt den Hals, bevor Ihr stolpert. Ich bevorzuge Blätter, die nicht zurückbeißen und sehe von hier oben, wie jeder versucht, größer zu wirken als er ist. Die Länge Eures Halses ist angeboren und nicht verhandelbar…«
Giraffe am 23. Januar 2026 auf  Grenzlandgrün

Samstag, 17. Januar 2026

252: Überflussstarre octopadieren

»Laut einer neuen Analyse von Oxfam haben die reichsten 1 % ihr jährliches CO₂-Budget – die Menge an CO₂, die sie ausstoßen dürfen, ohne die Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad zu überschreiten – bereits nach zehn Tagen aufgebraucht.«
Oxfam-Pressemitteilung vom 9. Januar 2026

»Ich habe neun „Gehirne“, drei Herzen und blaues Blut. Ich denke dezentral und kann im laufenden Betrieb Gene umschreiben. Meine Haut kann Farbe, Muster und Oberflächenstruktur blitzschnell ändern. Meine Saugnäpfe sind Geschmacks- und Tastsinn in einem. Ich bin extrem beweglich und kann durch engste Spalten und Löcher schlüpfen. Ich vertraue auf das, was fließt und sich bewegt. Wer bereits heute seinen Weltanteil verprasst hat, mündet in Hortschwere und Überflussstarre. Zur Zeitverlängerung und Sinnesrückgewinnung empfehle ich ein eigentums- und kontrollloses Strömungstraining. Was nicht zirkuliert, das fault.«
Ein Krake am 10. Januar 2026 auf Grenzlandgrün


Samstag, 10. Januar 2026 

251: Reglosglück ruhestarten

»Der Januar darf alles, muss aber nichts. Wo sonst haben wir diesen Luxus noch?
 [… ] Im Januar ist der Erwartungsdruck so tief wie nie: Man kann einfach die Türe zulassen, sich einigeln, ein gutes Buch lesen.«
Ein Lob dem Januar. NZZ vom 6. Januar 2026

»Jetzt gilt es, nur nicht in die Falle der guten Vorsätze zu tappen, die das neue Jahr schon vom ersten Tag zum Scheitern verurteilen. […] Jetzt ist nicht die Zeit für große Vorsätze und Veränderungen. […] Stattdessen empfehle ich eine Zeit des strategischen Stillstands, bis sich die ersten Krokusse zeigen. Erst wenn der Saft in die Bäume einschießt und die Tage merklich länger und wärmer und werden, ist es Zeit für Veränderung – und diese wird kraftvoll und besonnen sein dank der Ruhepause die man sich gegönnt hat. […] Lassen Sie es nicht „zu wenig“ oder „zu viel“, sondern einfach mal „genug“ sein. […] Strategischer Stillstand für die kommenden Wochen heißt: Nicht optimieren, nicht verbessern, nicht dramatisieren. Beobachten, was passiert, wenn man den Druck herausnimmt.«
Elke Naters: Mit dieser Methode steigern Sie binnen Sekunden Ihr Lebensglück. DIE WELT vom 7. Januar 2026

»Jedenfalls zeugt die die inflationäre Verwendung des Verlegenheitsadjektivs „komplex“ davon, dass uns die Begriffe fehlen, um die gegenwärtigen Zusammenhänge sinnhaft zu beschreiben.«
Simon Strauss: Wir kommen nicht davon. FAZ vom 8. Januar 2026

»Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.«

Erich Kästner: Der Januar. 1955


Samstag, 3. Januar 2026 
250: Mikrowürde lebensfeinlesen

»Zu meinen guten Vorsätzen für 2026 gehört, mehr Aufmerksamkeit auf das Kleine zu richten – auf das, was wir im Alltag leicht übersehen. […] Der Blick ins Kleine stellt die Überlegenheit des Menschen infrage. […] Wer sich im Detail mit dem Aufbau von Lebewesen und ihren Zellen beschäftigt, bekommt schnell die Gewissheit, dass der Mensch gar nichts völlig Herausragendes ist. Die Zellen von verschiedenartigen Lebewesen – seien es Menschen, Tiere, Pflanzen, Einzeller oder auch Bakterien – und deren zelluläre Prozesse, Gene und Proteine sehen sich erstaunlich ähnlich und funktionieren nach denselben Prinzipien.

Gerade deshalb lohnt es sich, den Blick zu üben – weg vom Großen und hin zum Kleinen. Wer einmal Leben etwa in einem Tropfen Wasser untersucht oder Gene verschiedener Lebewesen miteinander verglichen hat, begreift den Menschen nur als einen Bestandteil, aber nicht als das Zentrum eines erstaunlich komplexen biologischen Systems – eine Voraussetzung, um der Welt mit Staunen und Respekt zu begegnen und mit Vorsicht verantwortungsvoll zu handeln.«

Petra Bauer: Weg vom Großen, hin zum Kleinen. Rheinische Post vom 31. Dezember 2025

Wer ins Kleine schaut, verliert die Krone – und gewinnt Verwandtschaft.

»Größe ist kein Qualitätsmerkmal, denn in meinem Boden wohnen viele Welten. Wenn Ihr dazugehören wollt, fangt unten an. Wir sind schon da.«
Regenwurm auf Grenzlandgrün

»Es gibt quasi keine Daten zu Regenwürmern im Wald. Dabei ist es die wichtigste Tierart.«
Dominik Landerer (Forstamt der Stadt Landsberg am Lech) am 21. Juni 2024 im Bayerischen Rundfunk



 


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  Stand: 14.03.2026
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